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25 Jahre FORSTTEAM

FORSTTEAM 25Jahre Jubiläum

Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie – bei geplanter Teilnahme -  um Voranmeldung!  FORSTTEAM 25Jahre Jubiläum

Südwest Presse: “Die Wipfelstürmer”

Baumpfleger aus dem Landkreis und dem ganzen Ländle trafen sich im Schlater Wald, um die Bergung eines verletzten Kollegen aus dem Baum zu üben.

Im Schlater Wald hängt ein Mann reg- und hilflos etwa zehn Meter vom Boden entfernt in einer Baumkrone. Es ist ein Baumpfleger, dem ein abgebrochener Ast auf den Kopf gefallen ist. Sein Kollege hat bereits den Notarzt verständigt. Nun ist er in Seilklettertechnik auf dem Weg nach oben, denn es gilt, den Verletzten möglichst schnell aus der schwindelnden Höhe zu bergen und Erste Hilfe zu leisten. Möglichst ruhig zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren, ist die Devise. Den Verletzten aus der Peripherie der Baumkrone zu holen ist nicht einfach und in Hektik könnten bei der Bergung folgenschwere Fehler gemacht werden. Die verletzte Person muss überklettert und ein Seilsystem in den Baum eingebracht werden. Hoffentlich klappt das Übernehmen des Verunglückten ins eigene System. Geschafft!

 

Vor dem Ablassen noch einmal prüfen, ob man selbst und der Verunglückte gut gesichert ist. Dann endlich schweben die beiden aneinanderhängenden Männer langsam zu Boden. Der Retter lehnt den Verletzten vorsichtig an den Baum, löst Seile und Karabiner – da steht der “Verletzte” plötzlich auf und lacht. Applaus ertönt. “Super gemacht! Jetzt die nächsten beiden.”

 

Das Unfallszenario war zum Glück nur nachgestellt. Der Schlater Wald ist nur “Proberaum” für die alljährliche Rettungsübung der Baumpfleger. Damit im Ernstfall alle Handgriffe sitzen, werden verschiedene Szenarien eines Arbeitsunfalles in der Baumpflege nachgestellt und verschiedene Bergungsarten geübt. “Glücklicherweise kommen solche Unfälle nur selten vor”, weiß Aktionsleiter Wilfried Frey zu berichten. Wenn es allerdings passiere, sei es wichtig, dass alles schnell gehe und nicht lange nachgedacht werden müsse. Schock, heftige Blutungen, Erstickungsgefahr – oft ist das Zeitfenster für den Verletzten und somit den Retter nur klein.

 

Das Forstteam Sven Halm aus Deggingen, das seit Jahren die Baumrettungsübung initiiert und andere Baumpflegefirmen dazu einlädt, hat im Schlater Wald bei der Hermannshütte gleich drei verschiedene Unfallszenarien aufgebaut. Einen bei der Steigeisenfällung, einen bei der Baumpflege mit Seilklettertechnik und einen bei der Arbeit mit der Hubarbeitsbühne. “Der Verletzte muss bei der Bergung möglichst in eine sitzende Lagerung gebracht werden, um ein Hängetrauma zu vermeiden”, erklärt der Mitarbeiter des Forstteams Wilfried Frey. Sein Chef, Sven Halm, weiß: “Baumpfleger ist ein sehr anspruchsvoller aber auch gefährlicher Beruf, deshalb ist die Schulung in Sicherheits- und Rettungsfragen lebenswichtig.” Am Vormittag haben die anwesenden Baumpfleger bereits die theoretischen Aspekte der Bergung beleuchtet und ihre Erste-Hilfe-Kennnisse aufgefrischt. “Wichtig ist es auch, miterlebte Unfälle aufzuarbeiten und Methoden zu entwickeln, die Gefahren bereits im Vorfeld auszuschließen”, erklärt Sven Halm. “Beispielsweise ist es Usus, dass bei Baumfällarbeiten und Pflegemaßnahmen in der Höhe immer zu zweit gearbeitet wird und nie allein.”

 

Sitzgeschirre, Seile unterschiedlichster Länge, unzählige kleine und große Karabinerhaken und Rollen – dem Laien erscheint es unmöglich, dass jemand in der Fülle von Materialien den Überblick behalten kann. Doch die Baumpfleger greifen ganz gezielt nach diesem und jenem. Sie arbeiten konzentriert und sind völlig bei der Sache. Wer gerade nicht an der Reihe ist, tauscht Erfahrungen und gibt Tipps, diskutiert technische Details und fachsimpelt mit den Kollegen. Kein Unfall, kein Baum und keine Situation sind gleich, also kann es auch keine allgemeingültigen Patentrezepte über den Ablauf von einer Rettungsaktion geben.

 

Bei realen Unfällen kommt im Gegensatz zur Übung noch so manch Erschwerendes, wie die Aufregung, der steigende Adrenalinspiegel oder auch Wehgeschrei des Verletzten hinzu. Ist der Verunglückte ohnmächtig und nicht in der Lage, selbst etwas zur Rettung beizutragen, ähnelt er zudem einem schweren nassen Sack. “Die Rettungsübungen haben Modellcharakter für die Baumpflegebranche weltweit und zeigen, dass sich verantwortungsvolle Baumpfleger nicht nur um die Bäume, sondern auch um die Kollegen kümmern”, meint Sven Halm, der Chef des Forstteams, das sich im Arbeitsalltag der urbanen Forstwirtschaft widmet. “Wir sorgen für die Verkehrssicherheit der Bäume in Freibädern, Parks, Schulhöfen und so weiter – und dafür, dass Menschen und Bäume miteinander leben können”, erklärt Mitarbeiter Wilfried Frey. Auftraggeber sind Gemeinden, Firmen, Schlossverwaltungen, das Wasser- und Schifffahrtsamt aber auch private Baumbesitzer. Fällungen, Baumschnitte, Entfernen von Schädlingen – all das gehört zu den Aufgaben der Baumpfleger.

 

Nicht jeder darf mit der Säge oder Motorsäge hoch hinaus. Wer mit Steigeisen oder Seilen in die Baumkronen klettern will, braucht eine spezielle Ausbildung, Erfahrung und muss Prüfungen ablegen. “300 Seilkletterstunden müssen nachgewiesen werden, bevor man mit einer Motorsäge hinauf darf”, erklärt Sven Halm.

 

Frauen sind in der Berufssparte noch eher die Ausnahme, doch eine ist bei der Rettungsübung zu entdecken. Die 36-jährige Berit Freiberg, die Forstingenieur studiert hat, begann nach ihrer Babypause beim Forstteam als Baumpflegerin zu arbeiten. Seit einem Jahr hat sie auch den Schein in der Tasche, der sie berechtigt, mit der Motorsäge auf Bäume zu klettern. “Mal mit Seilklettertechnik, mal mit der Hubarbeitsbühne”, erzählt sie und freut sich über ihre abwechslungsreiche Tätigkeit. “Im Vergleich zum Forst beschäftigt man sich in der Baumpflege mit dem Baum als Individuum, als Lebewesen”, stellt sie fest – und grinst: “Die Probleme und Verbindungen zwischen Mensch und Baum sind immer wieder eine spannende Geschichte.” Der abwechslungsreiche Beruf biete täglich neue Herausforderungen, sei aber manchmal auch anstrengend. “Wir sind ja bei Wind und Wetter draußen”, erklärt die junge Frau, zu deren Zielen gehört, zur Erhaltung der die Region prägenden Streuobstwiesen beizutragen.

 

Den vollständigen Artikel können Sie auch auf der Homepage der SÜDWEST PRESSE lesen.

Bergwacht Übung mit FORSTTEAM

 

 

Gemeinsame Übung der Bergwacht Geislingen-Wiesensteig und dem Forstteam am Reußenstein.

Eine Person hängt verletzt und hilflos in einer Baumkrone, ein Gleitschirmflieger zum Beispiel oder ein Waldarbeiter, so das Szenario einer Rettungsübung am Reußenstein.

 

Alle 14 Tage ist bei der DRK Bergwacht Geislingen-Wiesensteig Übungsabend, zwei bis dreimal im Jahr wird die Rettung aus einem Baum geübt, diesmal mit dem FORSTTEAM Sven Halm.

 

Die Profis am Baum und die Rettungsprofis können so voneinander lernen. Forstunternehmer Sven Halm: “Das hängt damit zusammen, dass man verschiedene Techniken hat. Die Bergwacht hat mehrere Personen zur Verfügung und kann damit auf mehrere Techniken zurückgreifen. Arbeiter des FORSTTEAMs sind in der Regel zu zweit auf dem Baum, dann muss ein Mann dem Anderen helfen können und dazu braucht man eine andere Aufstiegstechnik, beziehungsweise eine andere Rettungstechnik.

 

Doch nicht nur die Rettungstechniken unterscheiden sich, sondern auch das eingesetzte Werkzeug. Bei einer Bergrettung werden zum Beispiel dynamische Seile eingesetzt, bei einer Baumrettung hingegen statische, und nicht nur das, so Peter Zennegg von der Bergwacht Wiesensteig: “Man hat beispielsweise die Steigeisen um relativ schnell auf den Baum zu kommen, die hat man am Fels so nicht. Auch die Footlock-Technik kann man so am Fels nicht anwenden.

 

Und deshalb heißt es: “Üben, Üben, Üben” und trotzdem steht man im Fall der Fälle immer vor einer neuen Situation und kann so manche Überraschung erleben, “Es ist nicht jeder Baum gleich. Im Baum gibt es totes Holz, das runterfallen kann. Der Retter selber darf nicht abstürzen, ebenso wenig der Zurettende.“, so Peter Zennegg.

 

Die gemeinsame Übung von Bergwacht und FORSTTEAM verlief ohne Zwischenfälle. Jeder hat vom Anderen gelernt, in der leisen Hoffnung, das Gelernte möglichst selten anwenden zu müssen.